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 Mitteilungspflicht der Eltern und Sorgeberechtigten über Infektionskrankheiten

-Belehrung gemäß §34(5) S. 2 Infektionsschutzgesetzt (IfSG) -

Sehr geehrte Eltern,

in der Vergangenheit traten vermehrt Krankheiten auf, bei denen Sie nicht sicher waren, ob Sie diese Erkrankung „namentlich“ an der Schule melden müssen oder nicht.
Um ein einheitliches Vorgehen zu gewährleisten, verpflichtet uns das Infektionsschutzgesetz Sie über die nachstehenden Punkte aufzuklären:
  • Wenn Ihr Kind eine ansteckende Krankheit (siehe Pkt a) hat, darf es die Schule gemäß § 34 (1) erst wieder besuchen, wenn keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Ob ein Attest erforderlich ist oder nicht, können Sie der beiliegenden Übersicht entnehmen.
  • Bei Vorliegen einer dieser Krankheiten sind Sie nach § 34 (5) verpflichtet, uns unter Angabe der medizinischen Diagnose unverzüglich zu benachrichtigen.
  • Wenn Ihr Kind nach ärztlicher Feststellung bestimmte Krankheitserreger (siehe Pkt b) im Körper trägt oder ausscheidet, ohne selbst krank zu sein, müssen Sie uns dies laut § 34 (2) bitte ebenfalls mitteilen. Das Gesundheitsamt entscheidet dann, wann das Kind die Einrichtung - möglicherweise unter bestimmten Auflagen - wieder besuchen darf.
  • Auch wenn jemand bei Ihnen zu Hause an einer ansteckenden Krankheit (siehe Pkt c) leidet, müssen Sie uns gemäß § 34 (3) umgehend informieren.
  • Eine Missachtung dieser Vorschriften kann mit Verhängung eines Bußgeldes geahndet werden.
Wenn Sie dazu weitere Fragen haben oder sich in Zweifelsfällen nicht sicher sind, scheuen Sie sich bitte nicht und sprechen Sie Ihren Arzt oder uns gerne an.

Bei ansteckenden Erkrankungen (z.B. Windpocken), wird in der Schule ein Aushang aufgehängt, der alle Eltern und Schüler über diese Sachlage informiert. Dieser Aushang erfolgt anonym; d. h. ohne Angabe von Namen oder Klassenzugehörigkeit und dient ausschließlich der Sensibilisierung der Eltern auf evtl. Krankheitssymptome bei ihrem Kind zu achten.


Auszug aus "Informationen für Kindereinrichtungen" der Stadt Frankfurt:

Gesundheitliche Anforderungen, Besuchsverbote (§ 34 IfSG)

In § 34 IfSG ist festgelegt, dass Personen, die an 20, im Gesetz definierten Krankheiten erkrankt bzw. verlaust sind, bzw. bei denen der Verdacht auf eine solche Erkrankung besteht, die Kindergemeinschaftseinrichtung nicht besuchen dürfen, „bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit oder der Verlausung durch sie nicht mehr zu befürchten ist“. Dies gilt nicht nur für die Kinder sondern auch für das Personal. Dies gilt auch für „Personen, in deren Wohngemeinschaft nach ärztlichem Urteil eine Erkrankung an oder ein Verdacht auf“ 15 dieser Erkrankungen besteht. Darüber hinaus dürfen Ausscheider von 6 im Gesetz definierten Krankheitserregern „nur mit Zustimmung des Gesundheitsamtes und unter Beachtung der gegenüber dem Ausscheider und der Gemeinschaftseinrichtung verfügten Schutzmaßnahmen die dem Betrieb der Gemeinschaftseinrichtung dienenden Räume betreten …“.

Das „Betretungsverbot“ gilt für
a) Personen, die an
1.Cholera
2.Diphtherie
3.Enteritis durch enterohämorrhagische E. coli (EHEC)
4.virusbedingtem hämorrhagischen Fieber
5.Haemophilus influenzae Typ b-Meningitis
6.Impetigo contagiosa (ansteckende Borkenflechte)
7.Keuchhusten
8.ansteckungsfähiger Lungentuberkulose
9.Masern
10.Meningokokken-Infektion
11.Mumps
12.Paratyphus
13.Pest
14.Poliomyelitis
15.Scabies (Krätze)
16.Scharlach …
17.Shigellose
18.Typhus abdominalis
19.Virushepatitis A oder E
20.Windpocken
erkrankt oder dessen verdächtig oder verlaust sind, … und für Kinder, die das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und an infektiöser Gastroenteritis erkrankt oder dessen verdächtig sind,

b) Ausscheider von
1.Vibrio cholerae O 1 und O 139
2.Corynebacterium diphtheriae, Toxin bildend 3.Salmonella Typhi
4.Salmonella Paratyphi
5.Shigella sp.
6.enterohämorrhagischen E. coli (EHEC)
die nur mit Zustimmung des Gesundheitsamtes und unter Beachtung der gegenüber dem Ausscheider und der Gemeinschaftseinrichtung verfügten Schutzmaßnahmen die dem Betrieb der Gemeinschaftseinrichtung dienenden Räume betreten dürfen, und für

c) Personen, in deren Wohngemeinschaft nach ärztlichem Urteil eine Erkrankung an oder ein Verdacht auf
1.Cholera
2.Diphtherie
3.Enteritis durch enterohämorrhagische E. coli (EHEC)
4.virusbedingtem hämorrhagischem Fieber
5.Haemophilus influenzae Typ b-Meningitis
6.ansteckungsfähiger Lungentuberkulose
7.Masern
8.Meningokokken-Infektion
9.Mumps
10.Paratyphus
11.Pest
12.Poliomyelitis
13.Shigellose
14.Typhus abdominalis
15.Virushepatitis A oder E
 
aufgetreten ist. 

Zur Frage, wann die Kinder und das Personal die Einrichtung wieder besuchen dürfen, wurden sog. Wiederzulassungsempfehlungen veröffentlicht. Darin ist u.a. festgelegt, bei welchen Erkrankungen ggf. ein ärztliches Attest erforderlich ist, bevor ein Besuch der Einrichtung wieder möglich ist. Es handelt sich dabei um ein Attest, das der Kinder- oder Hausarzt ausstellen kann, nicht zwingend um ein Attest des Gesundheitsamtes.

Wiederzulassungsempfehlungen im Überblick

Erkrankung

Wiederzulassung nach den Empfehlungen des RKI

Ärztliches Attest

Cholera

3 negative Stuhlproben erforderlich

erforderlich

Diphtherie

nach Therapie u. drei neg. Rachenabstrichen

erforderlich

Enteritis durch enterohämorrhagische E. coli (EHEC)

3 negative Stuhlproben erforderlich

erforderlich

akute Gastroenteritis (ohne Erregernachweis)

nach vollständiger Genesung

nicht erforderlich

Virusbedingtes hämorrhagisches Fieber VHF

nach vollständiger Genesung

erforderlich

Haemophilus influenzae Typ b-Meningitis

nach vollständiger Genesung

nicht erforderlich

Impetigo contagiosa (ansteckende Borkenflechte)

nach vollständiger Genesung oder nach mindestens 24h Antibiotika-Therapie

erforderlich

Keuchhusten

5 Tage nach Beginn der korrekt durchgeführten Antibiotikabehandlung

nicht erforderlich

Masern

5 Tage nach Auftreten des Ausschlags

nicht erforderlich

Meningokokken-Infektion

nach Abklingen der Symptome, nach 24 h Antibiotika-Therapie

nicht erforderlich

Mumps

9 Tage nach Anschwellen der Ohrspeicheldrüse

nicht erforderlich

Noroviren

2 Tage nach Ende der Symptome

nicht erforderlich

Paratyphus

3 negative Stuhlproben erforderlich

erforderlich

Pest

 

erforderlich

Poliomyelitis

2 negative virologische Kontrolluntersuchungen im Abstand von 7 Tagen erforderlich

erforderlich

Rotaviren

nach Abklingen der Symptome

nicht erforderlich

Scabies (Krätze)

nach Behandlung

erforderlich

Scharlach,

Streptokokkenangina

24 h nach Beginn der lege artis durchgeführten

Antibiotikabehandlung

nicht erforderlich

Shigellose

3 negative Stuhlproben erforderlich

erforderlich

Tuberkulose

In der Regel können Gemeinschaftseinrichtungen nach einer korrekt durchgeführten antituberkulotischen Kombinationstherapie über drei Wochen und bei Vorliegen von 3 negativen Befunden (s.o.) wieder besucht werden. Ein schriftliches ärztliches Attest ist erforderlich.

erforderlich

Typhus abdominalis

3 negative Stuhlproben erforderlich

erforderlich

Virushepatitis A oder E

7 Tage nach Auftreten des Ikterus oder 14 Tage nach Auftreten der ersten Symptome

nicht erforderlich

Windpocken

7 Tage nach Auftreten der ersten Bläschen

nicht erforderlich

Verlausung

nach medizinischer Kopfwäsche

i.d.R. nicht erforderlich